Nestle

Heute beschäftigen wir uns mit einem echten Lebensmittel-Giganten: Nestle.
Weltweit gehören Nestle 6.000 Produktmarken. Bei manchen Marken ist die Zugehörigkeit zu Nestle bekannt, aber bei anderen ist es für den ein oder anderen doch eine Überraschung, wie beispielsweise bei Mövenpick oder auch LOREAL.

 

 

Das Problem an dieser Situation ist, dass Nestle oft fragwürdige Praktiken an den Tag legt, die alles andere als akzeptabel sind. Der Konzern hat viel Macht und kann sich in vielen Bereichen ausbreiten und kleinere Mitbewerber ausbremsen oder ganze Märkte übernehmen. Dies lässt sich an Hand einiger Beispiele demonstrieren. Ein sehr bekanntes Beispiel hierfür finden wir im Jahr 2009 verbunden mit einer Aktion von Greenpeace. Diese Aktion hat darauf aufmerksam gemacht, dass KitKat Palmöl beinhaltet und dieses Öl von Firmen bezogen wird, die dafür verantwortlich sind, dass der Regenwald in Indonesien abgeholzt wird. Das führt dazu, dass der dort lebende Orang-Utan seine Heimat verliert. Nestle versprach deswegen sein Verhalten zu ändern. Leider sind die meisten Nestle-Produkte aus Schokolade kein guter Kauf um seinen Ruf aufzubessern. Nestle wurde vor Jahren vorgeworfen, die Schokolade mit günstigen Arbeitskräfte produzieren zu lassen und das ist niemand anderes als Kinder in Ghana und an der Elfenbeinküste. Dort haben im Jahr 2014 2,26 Millionen Kinder in Schokoladenfabriken gearbeitet. Dennoch hat Nestle nichts geändert und fördert so Kinderarbeit und dabei soll es nicht nur um Kinder gehen, die bei ihrer Familie arbeiten, sondern auch um Kinder, die entführt und mit Gewalt gezwungen werden zu arbeiten und dies ohne Lohn und unter schlechten Arbeitsbedingungen. Wegen Kinderhandel und Folter wurden betroffene Firmen, darunter auch Nestle, vor einigen Jahren in den USA verklagt.
Ein weiterer Punkt, der Nestle nicht in gutem Licht erscheinen lässt, ist der Handel beziehungsweise die Privatisierung von Wasser. Der Konzern verkauft, wie auch andere Firmen, Wasser aus Plastikflaschen. Dies an sich stellt kein Problem dar, aber es ist so, dass Nestle in Gebieten eindringt, in denen die Menschen auf natürliche Quellen angewiesen sind, weil dort nicht wie bei uns das Wasser direkt aus dem Hahn fließt.

 

Gerade in ärmeren Ländern macht sich Nestle zu schaffen und das sehr oft am Rande der Legalität oder durch illegale Handlungen, wie beispielsweise Bestechung. Der Firma wird vorgeworfen, Regierungen bestochen zu haben, um sich die Rechte an Wasserquellen zu sichern. Hat Nestle einmal die Rechte, werden aus den natürlichen Quellen riesige Mengen Wasser abgepumpt. Den Menschen vor Ort bleibt der Zugang zu diesen Quellen verwehrt, da diese jetzt Nestle gehören. Durch die hohe Pumprate sinkt natürlich der Grundwasserspiegel, was es für die Menschen noch schwieriger macht, an Wasser heranzukommen. Dann sind viele Menschen in der Not auf schlechte Wasserquellen angewiesen, von denen sie krank werden können, da die Qualität eher der einer dreckigen Pfütze entspricht. Im schlimmsten Fall können die Menschen daran auch sterben. Auch Tiere müssen darunter leiden. 2015 kam es in den USA zu einem Fall, bei dem in Hundefutter ein minderwertiger Zusatzstoff gefunden wurde, bei dem es zu 3000 toten Hunden kam. Tierversuche waren schon immer ein Teil der Industrie. Zwar „versichert“ Nestle seinerseits, dass es keine Versuche mehr gibt, aber in der Vergangenheit sah das oft ganz anders aus. Nestle soll vor Jahren Ratten und Mäuse verwendet haben um Inhaltsstoffe für Tees zu testen. Die Versuchstiere sollen danach dort geköpft worden sein. Die Tierschutzorganisation PETA wirft dies Nestle vor auch mit dem Hinweis, dass diese Versuche nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Von vielen Problemen distanziert sich der Konzern auch. Als sich vor vielen Jahren in Kolumbien einige Leute für die Rechte der Arbeitenden bei Nestle stark machten, kamen diese kurze Zeit darauf ums Leben.
Das waren auch nur ein paar Beispiele für die Vergehen, die Nestle in letzter Zeit begangen hat und wir können uns sicher sein, dass wir noch häufiger Skandalöses von Nestle hören werden, schließlich will Nestle nach einigen Jahren mit schwächeren Wachstum weiter Profit machen. Als nächstes sollen es Lebensmittel sein, die unsere Gesundheit „fördern“ sollen. Aber auch so wird Nestle weiterhin so produzieren, dass die Kosten möglichst gering sind und der Profit maximal. Wie man damit umgehen soll, ist jedem selbst überlassen. Es kann auch ein Fall für die Politik sein, den Missständen durch die Industriegiganten entgegenzuwirken, allerdings sollte man zumindest gehört haben, wo ein Großteil unserer täglichen Bedarfsgüter herkommt.